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BÜROMARKT WIRTSCHAFTSRAUM ZÜRICH

MIETZINSENTWICKLUNG WIRTSCHAFTSRAUM ZÜRICH

MIETEN NACH MARKTGEBIETEN

Mietpreisband
CHF/m² p.a.
Median
CHF/m² p.a.
Flächenangebot
Veränderung
%
Baden 140 – 315 200 48 490 2 %
Furttal 120 – 230 155 16 295 -34 %
Höfe 155 – 355 240 23 050 30 %
Limmattal 140 – 300 210 55 280 24 %
Mittleres Glatttal 135 – 315 200 207 390 13 %
Pfannenstiel 180 – 420 295 10 960 5 %
Rapperswil 130 – 325 195 3 535 -18 %
Stadt Zürich 205 – 630 380 205 585 1 %
Winterthur 155 –350 230 33 300 7 %
Zimmerberg / Sihltal 140 – 345 205 25 230 10 %
Zürcher Oberland 125 – 270 190 27 065 -38 %
Zürcher Unterland 135 – 225 195 20 330 -6 %
Zug 150 – 450 235 135 885 37 %
Wirtschaftsraum Zürich 145-530 245 812 395 8 %
Im Wirtschaftsraum Zürich betrug die innerhalb von sechs Monaten verfügbare Bürofläche Ende 2020 rund 800’000 m2. Damit stieg das Angebot gegenüber dem Vorjahr um 8%, aber weniger als in anderen Regionen. Diese vergleichsweise stabile Entwicklung des Büromarkts im Wirtschaftsraum Zürich täuscht über eine starke regionale Differenzierung hinweg. Das Büroflächenangebot im Mittleren Glattal hat trotz zahlreicher Vermarktungserfolge wie zum Beispiel am Flughafen Kloten mit über 200`000 m2 die gleiche Grössenordnung wie in der Stadt Zürich erreicht. In der Agglomeration finden moderne Büroflächen mit einer direkten Anbindung an das S-Bahn-Netz sowie ausreichenden Verpflegungs- und Freizeitangeboten im Umfeld durchaus noch Mieter. Objekte, die diese Eigenschaften nicht bieten können, werden jedoch kaum mehr nachgefragt.

Eine weitere Entwicklung setzt sie künftig noch weiter unter Druck: Die abrupt erforderliche Etablierung der Arbeit im Homeoffice hat im Jahr 2020 auch bisher eher konservativen Unternehmen gezeigt, dass durch die flexiblere Arbeitsgestaltung Vorteile für beide Seiten entstehen. Als Folge plant eine grosse Mehrheit der Büromieter auch nach der Pandemie hybride Arbeitsformen mit einem grösseren Homeoffice-Anteil beizubehalten. Damit erhält das Büro eine neue Rolle als Begegnungs- und Kollaborationsort, der eine grosse Bedeutung für die Wertschöpfung und Produktivität sowie die Kultur des Unternehmens und die Identifikation der Mitarbeitenden mit ihm einnimmt. Das Büro ist nicht tot, es wird nur anders genutzt werden. Diese Entwicklung führt zu steigenden Ansprüchen an den Standort und die Bürofläche selbst: eine zentrale, gut erschlossene Lage, ein urbanes Umfeld mit vielen Angeboten und zudem Flexibilität innerhalb des Mietobjekts. Die Arbeitswelt wird sich über 2021 hinaus fortwährend verändern.

Grosskonzerne und KMUs nutzen den Trend zu einem höheren Anteil von Homeoffice, um ihre Flächen zu konsolidieren. Hauptmotivation dafür sind Kosteneinsparungen, die bei vielen Unternehmen durch Umsatzeinbussen während der Pandemie erforderlich geworden sind. Dabei scheinen die geplanten Reduktionen stark von der Unternehmensgrösse abzuhängen: Konzerne und grosse Unternehmen sprechen von einer Halbierung ihrer Büroflächen, während KMUs eher eine Reduktion um ein Drittel anvisieren. Ob dies tatsächlich auch so umgesetzt wird, ist fraglich. Zum einen wachsen das Bedürfnis nach sozialen Kontakten im Büro und die Homeoffice-Müdigkeit mit zunehmender Dauer der Restriktionen. Zum anderen verhindern in vielen Fällen langfristige Mietvertragslaufzeiten eine rasche Umsetzung. Vereinzelte Nutzer versuchen dies mit der Untervermietung ihrer Flächen zu umgehen. Sollte dies zunehmen, ist nicht nur mit einem weiteren Wachstum des Angebots, sondern auch mit einer Erosion des Mietzinsniveaus zu rechnen: Dank der potenziellen Kosteneinsparungen können die Hauptmieter ihre Flächen zu günstigeren Konditionen anbieten. Insgesamt wird sich der Effekt von Corona und Homeoffice auf den Büromarkt erst präziser schätzen lassen, wenn die Bevölkerung ausreichend geimpft und eine Rückkehr ins Büro ohne Sorgen um die Gesundheit möglich ist.