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WOHNMARKT SCHWEIZ

Agglomeration Leerstand Nettomieten Kaufpreise
Preisband
CHF/m² p.a.
Preisband
CHF/m²
Aarau 1.9 % 165  –  280 4 800  –  9 600
Baden-Brugg 2.0 % 175  –  320 5 500  –  9 900
Basel 1.2 % 185  –  320 4 800  –  11 400
Bern 1.0 % 170  –  320 4 600 –  9 700
Biel 2.9 % 155  –  250 4 100  –  8 100
Chur 0.5 % 170  –  310 4 500  –  9 300
Fribourg 2.1 % 170  –  315 4 800  –  8 200
Genf 0.7 % 280 – 555 7 800  –  18 400
Lausanne 1.1 % 225  –  435 5 900  –  13 800
Lugano 3.0 % 165  –  335 4 800  – 13 600
Luzern 1.2 % 185  –  345 6 200  – 12 200
Neuchâtel 1.5 % 165  –  290 4 500  –  8 600
Olten-Zofingen 3.8 % 150  –  245 4 000  –  7 900
Schaffhausen 1.3 % 145  –  250 4 200  –  8 500
Solothurn 2.9 % 150 –  255 3 900  –  7 300
St. Gallen 2.4 % 145  –  270 4 600  –  9 200
Thun 0.6 % 170  –  275 5 100  –  9 900
Winterthur 0.5 % 190  –  325 6 600  –  11 400
Zug 0.4 % 215  –  480 7 500 – 16 700
Zürich 0.8 % 200  –  490 6 500  – 15 200

Seit mehr als zwei Jahren beeinflusst die Covid-19-Pandemie unsere Gesellschaft. Ins Zentrum gerückt sind Bedürfnisse wie Gesundheit, Sicherheit, ein stabiles soziales Umfeld und: das eigene Zuhause. Dort hat Homeoffice in vielen Haushalten ein Platzproblem hervorgerufen. In der Folge stieg der Wunsch nach mehr Wohnraum und gleichzeitig ebenfalls pandemiebedingt nach mehr Wohnqualität. Das attraktive Finanzierungsumfeld lenkte die Nachfrage insbesondere in das Eigentumssegment. Entsprechend nahm die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen 2021 weiter zu und beflügelte nahezu in der ganzen Schweiz die Preise. Selbst in den Grosszentren und ihren benachbarten Agglomerationsgemeinden, wo Wohneigentum für die wenigsten überhaupt noch erschwinglich ist, waren kräftige Preisanstiege zu verzeichnen. Ein weiterer Grund für die eindrücklichen Wertzuwächse in den Wohneigentumssegmenten ist die ins Stocken geratene Angebotsentwicklung. Bauland ist begrenzt verfügbar, und die Investoren fokussierten sich auf die Entwicklung von Renditeliegenschaften, womit zuletzt vor allem Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen entstanden. Zudem verzögerte die Pandemie auf Seiten der Behörden vielerorts den Baubewilligungsprozess, was zur heutigen Angebotsknappheit beitrug. Dies liess die Marktliquidität im letzten Jahr deutlich sinken: Gemäss Bundesamt für Statistik standen per 1. Juni 2021 rund 10 590 Wohnobjekte zum Kauf leer – ein Wert, der um 15.4 % tiefer liegt als zum Vorjahreszeitpunkt. Im Mietwohnungssegment wirkte sich die gestiegene Nachfrage insbesondere strukturell aus: Gesucht waren 2021 vor allem grössere Objekte, während das Interesse an 1- bis 2.5-Zimmer-Wohnungen an vielen Lagen spürbar abnahm. Entsprechend wuchsen die Leerstände bei den Kleinwohnungen. Der Run auf Wohneigentum dürfte 2022 anhalten, womit auch ein weiterer Anstieg der Kaufpreise zu erwarten ist. Da die Nationalbank ihre Geldpolitik kaum fundamental ändern wird, ist ein sprunghafter Anstieg der Hypothekarzinsen unwahrscheinlich. Damit würde das Finanzierungsumfeld für Käufer vorerst attraktiv bleiben.
"Die Nachfrage nach Wohneigentum ist weiterhin extrem hoch und nicht zielgruppensensitiv. Für viele neue Projekte gibt es sehr lange Interessentenlisten, täglich kommen Anfragen hinzu. Angebotsseitig gibt der Markt nicht viel her, zum Teil auch weil Bewilligungen länger hängig sind: Zum einen verzögern sich die Prozesse wegen Corona, zum anderen durch die Auslastung der Behörden."
Andrea Bülow
Mandatsverantwortliche Gewerbe- & Anlageimmobilien, Teamleiterin Verkauf Wohnimmobilien
"Im hochpreisigen Segment sind die Ansprüche gestiegen: Gesucht sind Wohnungen, die durch interessante Grundrisse, spezielle Ausstattungsmerkmale oder hochwertige Küchen hervorstechen. Auch ökologische Kriterien wie die Verwendung nachhaltiger Materialien beim Bau, Photovoltaik und Erdwärme oder E-Parkplätze kommen sehr gut an."
Sylvia Mrfka
Senior-Vermarkterin, Teamleiterin Erstvermietung Wohnimmobilien